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Ritchy hat’s geschafft –
wie Horizonte sein Leben veränderte

 

Als Ritchy (Name geändert) mit 21 Jahren bei Horizonte eintrat, hatte er keinen Schulabschluss, dafür aber viele Rückschläge vorzuweisen.  Im Alter von 11 Jahren hatte er den Vater verloren, danach war er mit der Mutter oft umgezogen, worunter seine schulischen Leistungen sehr gelitten hatten. In der Hauptschule wurde er von den Mitschülern gemobbt. Eine viel versprechende Laufbahn im Profisport musste Ritchy nach einem Kreuzbandriss mit 12 Jahren beenden.

Als er endlich eine Ausbildung als Bäcker beginnen konnte, schien es für den jungen Mann bergauf zu gehen. Doch dann musste er diese aufgrund einer Mehlstauballergie wieder aufgeben. Durch eine MAW-Tätigkeit im Behindertenbereich hat Ritchy dann sein Interesse für den Bereich Pflege/Medizin/Soziales entdeckt.

Nach auen hin wirkte R. bei Horizonte trotz der erlebten Rückschläge gefasst, gab sich auffallend erwachsen und war emotional wenig spürbar. An einem Kontakt zu Gleichaltrigen in der Gruppe wirkte er wenig interessiert.

Ritchys wichtigster Bezugspunkt waren die Mutter und sein siebenjähriger Bruder, für den er einen Vaterersatz darstellte.

 

Die pädagogische Arbeit im beruflichen Bereich:

Bei Horizonte bekam Ritchy die Möglichkeit, im Verlauf von drei unterschiedlichen Praktika im Bereich Pflege und  Kinder seinen Berufswunsch im Pflege- bzw. Sozialen Bereich zu überprüfen und weiter zu festigen. Die Praktika wurden speziell für ihn ausgesucht und mit ihm abgesprochen. Zunächst war er in einem Seniorenheim eingesetzt. Danach bei einem ambulanten Pflegedienst, schlielich in einem Kindertageszentrum. 

ber die ausführlichen Auswertungen und rückwirkende Betrachtungen der Praktika bekam Ritchy wertvolle Hinweise zu seinem Arbeits- und Sozialverhalten. Am Anfang nahm er es mit den Arbeitzeiten nicht so genau, sammelte beträchtliche Fehlzeiten an und zeigte wenig Einsicht im Hinblick auf seine problematischen Verhaltensweisen. Doch mit der Zeit wurde er immer zuverlässiger und gewissenhafter. Er erkannte die Praktika als Chance, sich weiterzuentwickeln und zu bewähren, was seinen Ehrgeiz und seine Motivation anspornte. Schlielich entwickelte Ritchy sich zu einem geschätzten Mitarbeiter, der entsprechend seiner Position als Lernender Anregungen von Vorgesetzten beherzigen und umzusetzen vermochte.

 

Die pädagogische Arbeit im persönlichen Bereich:

Ritchy nahm die pädagogische Arbeit zunächst nur zögerlich an. Er gab sich distanziert und trat als Einzelkämpfer auf. Dabei machte er im Unterricht engagiert mit und hatte ein klares Ziel vor Augen. Er wollte zunächst den Einfachen Hauptschulabschluss und dann den Qualifizierenden Hauptschulabschluss erreichen. Sich intellektuell weiterzubilden war ihm sehr wichtig. Die schulischen Ziele verfolgte Ritchy deshalb sehr ehrgeizig und verbesserte seinen Wissenstand kontinuierlich. Durch dieses zielgerichtete Arbeitsverhalten nahm er allerdings wieder einmal eine Auenseiterrolle innerhalb einer Gruppe ein. Der Schwerpunkt in der Arbeit mit Ritchy lag deshalb darin, ihn dazu zu ermutigen, Zutrauen für Kontakt mit Gleichaltrigen und Offenheit in der pädagogischen Arbeit zu entwickeln. Dazu gehörte auch eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Verhaltensweisen. Am Ende gelang es Ritchy zunehmend besser, Konfrontation und Kritik im Sinne seiner Weiterentwicklung zu nutzen, statt sie als Bedrohung zu erleben, die abgewehrt werden musste. Ritchy erlangte den Hauptschulabschluss mit einem Notendurchschnitt  von 1,25 und ein halbes Jahr später den Qualifizierenden Hauptschulabschluss mit dem Durchschnitt 2.0. An seine Zeit bei Horizonte schloss sich der Zivildienst an, der gleichzeitig als Sprungbrett für die Ausbildung als Krankenpflegehelfer dienen sollte. Damit hatte Ritchy es geschafft. Er hatte eine klare Perspektive für seine berufliche Zukunft und die persönliche Voraussetzung, sein Leben gerne in die Hand zu nehmen. 


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